Etappe 8 von Linz nach Wien

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Charakteristik/Character of the tour: Von Linz aus geht es zunächst durch Industriegebiet und dann über flaches Ackerland bis zum ersten kleinen Höhepunkt Mauthausen mit Schloss und barocken Bürgerhäusern. Danach geht es über Felder bis Mitterkirchen, einer Kleinstadt mit schönem Stadtkern und einem Schloss. Ab hier nähern sich die Berge wieder der Donau und der Weg über Dornach, Grein, Persenbeug und Pöchlarn wird wieder romatisch, bis ein weiterer Höhepunkt erreicht wird: Melk mit seinem riesigen Stift./Starting at Linz you pass an industrial area and then continue along fields, until you reach the little baroque village of Mauthausen with a Castle. Next stop is Mitterkirchen. After Mitterkirchen the mountains come closer to the river and you pass the cities of Dornach, Grein, Persenbeug and Pöchlarn, until you reach another Highlight: Melk with it´s huge monastery.

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Nach Melk geht es durch die Wachau, bekannt durch kleine Orte, in denen man nicht nur den dortigen Wein, sondern besonders auch Aprikosen in jeglicher flüssigen und festen Form genießen kann. Noch einmal geht es durch Felder und Industriegebiet, bevor man Klosterneuburg und das Stift erreicht. Von hier sind es nur noch gut drei Stunden Fußweg entlang der Donau und des Donaukanals bis in die Innenstadt von Wien. Am Stephansdom ist das Ziel des Beethovenweges erreicht und am Abend wird es entsprechend in einem Beisel gefeiert../ After Melk you pass the Wachau, well-known as a famous wine Region, but also for all kinds of products made from apricots. Again a long way through fields and industrail areas, before you reach Klosterneuburg, a suburb of Vienna. From here it is only a three hours walk along the Danube river and the Danube channel to the final Destination: the Stephan´s cathedral at Vienna.

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Höhepunkte/Highlights:

Mitterkirchen, Pöchlarn, Stift Melk, Stift Klosterneuburg, Wien.

Schönste Stadt auf der Etappe: Wien

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Statistics:

Total length of trail:                             1238km (finally)                days walked/total:   8/52

length of this tour/total:            237km/ 1238km                                     hours walked/total: 50/458

achievment :                                           100%                              hight/total:        ca. 205m/9388m

countries:                            2 (Germany, Austria)

states:                                  7 (NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bavaria, Baden-Württemberg, Oberösterreich, Wien)

rivers:                                   11 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe, Main, Tauber, Altmühl, Danube, Regen, Isar, Inn)

Die letzte Geschichte auf dieser Etappe: (sorry, no english vefsion)

Mein Hund Clinton/my dog Clinton

Clinton verdanke ich dieses schöne Erlebnis. Als wir vor etwa zwei Jahren an der Mainmündung standen und einen Wegweiser nach Wien sahen, kam spontan diese Idee. Wir gehen gemeinsam nach Wien. Zu dieser Zeit lief Clinton noch 30 Kilometer am Tag und das entsprach in etwa auch meiner täglichen Laufleistung. So wurde der Plan schnell umgesetzt, und wir begannen unsere Wanderungen bereits in der darauf folgenden Woche, allerdings von Rüdesheim beginnend. Die Strecke war insgesamt 1038 Kilometer lang und sollte in etwa 40 Tagesetappen bewältigt werden. Zunächst lief alles perfekt, aber nach und nach musste die Wanderstrecke abgekürzt werden, da Clinton aufgrund seines Alters Probleme mit der Hüfte bekam. Schließlich musste das Projekt abgebrochen werden, als mein Hund nicht mehr lange laufen konnte. Einige Monate später verstarb Clinton und damit auch die Idee.

Bis ich einen Anruf eines Klassenkameraden erhielt, dass unser nächstes Klassentreffen in Wien stattfinden werde. Daraufhin beschloss ich, das Projekt nach über 2 Jahren wieder aufzunehmen, es bis zum Start Bonn zu verlängern und es meinem Hund zu widmen. Der Startpunkt Bonn wurde aus zwei Gründen gewählt: zum einen bin ich in Bonn zur Schule gegangen, zum anderen hat Beethoven im Alter von etwa 16 Jahren seine erste Reise von Bonn nach Wien in einer Kutsche angetreten. So war der Name meines Prjoektes klar: “ In Memory Clinton, mein persönlicher Beethovenweg“. Am 1. Mai 2015 ging es in Tagesetappen in Bonn los, ab Wertheim wurden dann Touren von 4 bis 5 Tagen geplant. Am 1. Oktober 2015 traf ich, wie verabredet, um 14 Uhr in Wien am Stephansdom ein und wurde von meinen Klassenkameraden und der Wiener Presse begrüßt.

Auf den 1237 Kilometern und  52 Wandertagen habe ich dabei oft an meinen Hund gedacht. Er kam im Alter von acht Wochen zu uns und hat uns am Anfang mit seinem Dickkopf ganz schön genervt. Es hat eine Weile gedauert, bis klar war, wer im Haus das Sagen hat. Aber bei Huskys braucht man wohl generell etwas Geduld. Wir lebten damals in Nordhessen auf dem Land, und lebten dort mit allerlei Tieren: Hühner, Hasen und Gänsen. Und da Huskys Rudeltiere sind, kamen bald noch zwei Husky- Mädchen dazu. Das Leben auf dem Land ist für Hunde wie ein Leben im Paradies: lange Ausläufe, große Freiheit und zwischendurch gab es auch Nachwuchs, sechs Husky-Welpen, eines niedlicher als das andere. Im Alter von 9 Jahren zog Clinton dann mit uns nach Wiesbaden in ein Haus ohne Garten und ohne sein ganzes Rudel anderer Tiere. Das war eine ziemliche Umstellung für ihn, der gewohnt war, den ganzen Tag im Freien zu verbringen. Dafür hatte ich als Rentner jetzt mehr Zeit für ihn, was wir beide sehr genossen haben, immerhin noch fast fünf Jahre. Ohne Clinton wäre das Projekt nie zustande gekommen und ohne meine Klassenkameraden wäre es nie beendet worden. Vielen Dank an beide und auch an alle, die mich auf meiner langen Reise begleitet und unterstützt haben.

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Was macht man, wenn ein so langes und forderndes Projekt dem Ende zugeht? Man schmiedet neue Pläne und beginnt ein neues Projekt, das natürlich noch fordernder als das vorherige sein muss. Die Planungen laufen bereits, es wird wieder eine Wanderung, aber völlig anders. Das Projekt heißt „All streets of Berlin“, und ich werde ab Februar 2016 alle Straßen innerhalb des S-Bahn-Rings in Berlin mindestens  einmal zu Fuss gehen. Dabei werde ich versuchen, bei jeder Wanderung interessante Menschen als Begleiter zu finden und natürlich auch wieder über skurile und unbekannte Ereignisse entlang des Weges berichten. Also besucht mich auf meinem neuen Blog im nächsten Jahr. Ich freue mich.

 

Etappe 7 von Deggendorf nach Linz

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Charakteristik/Character of the tour

Von Deggendorf bis Vilshofen ist die Tour wenig aufregend. Es geht über Wiesen und Felder, oft weit weg von der Donau, aber dicht an der Autobahn. Rast machen sollte man auf alle Fälle in Winzer im Gasthof Grüner Baum, ein hervorragendes alkoholfreies Weizenbier trinken und mit dem Wirt plaudern. Der freut sich über Gäste und hat viel zu erzählen. Die erste Übernachtung passt gut in Hofkirchen, wo bereits der Kaiser Franz Stephan I. im Gasthaus Buchner übernachtete. Bittet den  Wirt, am Abend das Glockenspiel abzustellen. Das ist zwar sehr interessant aber auch sehr laut und sehr oft. Dann werdet Ihr pünktlich um 6 Uhr morgens wieder geweckt./ The tour continues along meadows and fields, not to close to the river, but close to a busy street and later on near the noisy freeway. Make a stop in Winzer at the Pub „Grüner Baum“, have one of the best alcohol-free Weizen-beer and talk to the owner. He is a friendly guy, likes to talk and he has a lot to talk. Stay overnight at the Hotel Buchner at Hofkirchen, where already the emporer Franz Stephan I. used to rest. You better ask the owner to switch-off the very loud carillon at night, otherwise you may find no sleep. Punctually at six o´clock you will be waked-up anyway. 

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Am nächsten Morgen geht es dann weiter auf der linken Donauseite an Vilshofen vorbei, jetzt auf schattigen Wegen entlang, bis zum Wasserkraftwerk kurz vor Passau. hier wird die Donau wieder überquert und der restliche Weg bis Passau geht leider wieder an einer verkehrsreichen Bundesstraße entlang. Unbedingt in Passau übernachten. Meine Empfehlung: Hotel Wilder Mann neben dem Rathaus, direkt am Donauufer. Den Dom mit der größten Orgel der Welt und das Glasmuseum besichtigen und in einem gemütlichen Biergarten einkehren./Next day the way continues on the left hand side of  the Danube river. You can enjoy some shadow and nice views to the river, until you pass the water powerplant shortly before Passau. Here you have to cross the river again and finally walk to Passau near a busy road. You must stay one night at Passau and enjoy the beauty of the city. My recommendation: Hotel „Wilder Mann“ in downtown,nearby the Mayor´s house at the river. Visit the cathredal with the biggest pipe organ in the world, also the Glasmuseum and have your dinner at one  the beautiful beer-garden.

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Am nächsten Tag muss man sich zwischen der rechten und linken Donauseite entscheiden. Ich empfehle die rechte Seite, als Tagestour zunächst bis Engelhartzell. Der Weg ist näher am Fluss, schattiger und ruhiger. In Passau beginnt der spektakulärste Teil des Donauweges. An jeder Kurve gibt es neue, atemberaubende Ausblicke. Die Donau wird bis Linz insgesamt dreimal gestaut und fließt daher sehr träge dahin. Kurz vor Engelhartzell ragt aus der Donau ein kleiner Felsen hervor, auf der die Nixe Isa gehaust haben soll. Der Sage nach ist sie eine Schwester der Loreley. Übernachtungsempfehlung für Engelhartzell: Gasthaus zum Goldenen Schiff. In der Hochsaison unbedingt vorbuchen, da hier häufig Reiseveranstalter viele Zimmer belegen. Engelhartzell ist ein kleiner Ort. Die einzige Sehenswürdigkeit ist das nahe Kloster. Kommt nicht zu spät an. Abendessen gibt es maximal bis 20 Uhr. /From Passau onwards you have to decide, wether you take the right-hand or the left-hand side of the river. I recommend the right-hand side up to Engelhartzell. Enjoy the lovely views to the river and the shadow during hot days. Before you reach the village of Engelhartzell, you can see a litle rock in the river,, home of „Isa“, the sister of „Loreley“. Stay overnight at the „Gasthaus zum Goldenen Schiff“ and book in advance. Many tour operators book the hotel for groups. Do not arrive too late, because dinner is served only up to 8:00 pm.

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Weiter geht es bis Schlögen auf der rechten Seite der Donau. Nehmt die Fähre nach Au und dann die Längsfähre von Au, um auf die linke Seite zu wechseln. Auf beiden Booten kann man Fotos von der 180 Grad Donaukehre machen. Die Tagestour geht über schattige Wege zunächst nach Obermühl und dann nach Untermühl. Empfehlung: Gasthof Ernst. Auch hier empfiehlt sich eine nicht zu späte Ankunft und Vorreservierung. Der Gasthof Ernst ist die einzige Übernachtungsmöglichkeit in Untermühl. Bei rechtzeitiger Ankunft kann man noch mit der Fähre auf die andere Seite wechseln, wenn dort alles ausgebucht sein sollte./Next day you continue on the right-hand side to Schlögen, where you take the „Querfähre“ to Au and after that the „Längsfähre“ to stay on the left side. Make beautiful photos on the river, that turns by 180 degrees at this point. The trip ends via Obermühl at Untermühl. Attention! There is only one hotel in Untemühl. Make reservations in advance If you are not successful, you can als stay on the opposite side of the river, but the ferry-boat  servive stops by 6pm. 

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Am nächsten Tag muss man die Querfähre nehmen, wenn man auf der rechten Donauseite Aschach besichtigen will. Für den etwas kürzeren Weg nimmt man die Längsfähre und bleibt auf der linken Seite. Heute kann man es gemütlich angehen, denn die erste Fähre legt erst um 9 Uhr ab. Der Weg geht weiter nach Feldkirchen. Während der Saison solltet Ihr Feldkirchen passieren und erst eine Rast bei den Feldkirchener Seen einlegen. Da sitzt man im Schatten mit einem schönen Blick auf die Seenlandschaft. Unbedingt die Wasservorräte auffüllen, denn jetzt geht es weiter auf dem sonnigen Donaudamm, etwa 10km bis zum Wasserkraftwerk kurz vor Ottenheim. Hier muss man die Donau noch einmal überqueren und bis zur Seilfähre laufen, die einen geradewegs nach Ottenheim bringt. Empfehlung: Gasthaus zum schwarzen Adler in der Innenstadt mit Vinothek und kleinen Gerichten zum Wein./ The next day you have to take the „Querfähre“ ferryboat, if you want to visit Aschach or the „Längsfähre“ ferryboat when you want to take the shorter route on the left side of the river. You can sleep a little bit longer, because the first boat does not start before 9am. The next village then is Feldkirchen. Do not stop here during high-season, but continue to the lakes of Feldkirchen, where you can find a shadow seat with a lake-view. Fill- up your water, because the way to Ottenheim is on top the Danube dike with no shadow. Walk until you are at the next water powerplant and cross the river. Continue to the next ferryboat stop and you are at your daily destination Ottenheim. Recommendation: „Gasthaus zum schwarzen Adler“ with good wine and food.

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Nach Linz sind es nur noch 10km, wobei der Weg auf der rechten Donauseite über weniger stark befahrene Straßen geht. Wenn Ihr Euch eine kleine Ruhepause gönnen wollt, könnt Ihr auch den Bus nehmen, der in der Nähe des Hotels stündlich abfährt. Es lohnt sich, früh aufzubrechen, damit man sich in Ruhe Linz ansehen kann. Meine Empfehlung: In der Altstadt ab 3 Uhr Tee trinken bei Madame Wu, Altstadt 13. Dort gibt es ofenwarme Scones, Clotted cream, Erbeermarmelade und die berühmten Sandwiches mit Gurke und Lachs. Einfach köstlich und man fühlt sich wie im Raffles Singapur oder im Oriental Bangkok zum High Tea. Man kann aus mehr als 50 Teesorten wählen und noch einen Ingwer Prosecco dazu bestellen./ Linz is only 10 km away and I recommend to continue on the right side of the river, which is not so busy. Or make a 20 minutes bus ride into the City. Get up early to have enough time for a sight-seeing and visit dountown with a lot of little shopping places and restaurants.  My favorite: Madame Wu Teasaloon at Altstadt 13. Here you can celebrate a real High Tea afternooon from 3pm onwards and you may feel like being at the Raffles Hotel in Singapore or at the Oriental in Bangkok. 

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Höhepunkte/Highlights:

Wasserkraftwerk bei Passau, die Innenstadt von Passau, die Donauschleife bei Schlögen, die Fähren auf der Donau, Teatime bei Madame Wu in Linz.

Schönste Stadt auf der Etappe: Passau

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Statistics:

Total length of trail:                             1225km (2nd correction)                days walked/total:   6/46

length of this tour/total:            168km/ 1001km                                     hours walked/total: 40/438

achievment :                                           68%                              hight/total:        ca. 250m/91833m

countries:                            2 (Germany, Austria)

states:                                  6 (NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bavaria, Baden-Württemberg, Oberösterreich)

rivers:                                   9 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe, Main, Tauber, Altmühl, Danube, Regen, Isar, Inn)

Die beste Geschichte auf dieser Etappe:

Vom Wandern

Wandern über lange Distanz und über mehrere Tage erfordert einige Vorbereitung, wenn das Vorhaben gelingen soll. Hier sind ein paar Tipps, wie man dabei glücklich und schmerzfrei an sein Ziel gelangt.

Regel Nummer eins: gute Schuhe sind ein Muss, wenn man nicht schon am ersten Tag wegen Blasen abbrechen muss.Aber was sind gute Schuhe? Sie sollten leicht und weich sein, eine starke Sohle für steiniges Gelände haben und fest am Fuß sitzen. Ein federndes Fußbett ist wichtig, wenn man häufig auf geteerten Wegen oder Straßen geht. Bei bergigem, steilen Gelände sollten die Schuhe über den Knöchel gehen und guten Halt bieten. Auf alle Fälle muss man Schuhe einlaufen, bevor man sich auf lange Strecken begeht.

Regel Nummer zwei: Gepäck wird nach jedem Kilometer schwerer. Eine gute Grundregel ist: nehmt nur die Hälfte von dem mit, was ihr ursprünglich geplant habt, aber doppelt soviel Geld. Setzt ein absolutes Limit für das Gesamtgewicht und wiegt den Rucksack vor der Abreise. Für mich galt eine Obergrenze von sechs Kilogramm. Was ich mitgenommen habe?  Für eine Tour von fünf Tagen bei warmen Wetter galt folgende Höchstmenge: 1 wasserdichte leichte Regenjacke mit Kapuze (um die Hüfte gebunden), 2 Poloshirts, 2 Unterhosen, 2 Paar Strümpfe, 1 Zahnbürste, 2 Probiergrößen Zahnpasta, 1 kleine Tube Sonnencreme, Fußcreme, 4 Pflaster in verschiedenen Größen, 1 kleine Tube Wundsalbe, 1 kleine Tube Rei, 1 Buch, 1 Flasche Wasser (0,5 Liter), 1 Plastikbeutel, 1 Apfel und ein Butterbrot, Pad und Handy.

Regel Nummer drei: dreimal am Tag die Füße eincremen. Das vermeidet Blasenbildung. Am besten schon ein paar Tage vorher damit beginnen. Ich habe auf meiner gesamten Laufstrecke nicht eine Blase bekommen. Wichtig sind natürlich auch gutes Schuhwerk und Strümpfe, die sich beim Gehen nicht unter der Fußsohle zusammen rollen. Von meinen Pflastern habe ich nur eines benötigt, weil ich mich beim Öffnen einer Dose in den Finger geschnitten habe.

Regel Nummer vier : Trinken! Aber überfrachtet Euch nicht mit riesigen Wasserflaschen. Ich nehme einen halben Liter und bei extremer Hitze zwei halbe Liter Wasser mit und fülle diese unterwegs wieder auf. Das geht in jedem Gasthaus und zur Not auch mal privat. Als ich bei 40 Grad im Schatten, aber ohne Schatten, gelaufen bin, habe ich auf 30 Kilometer etwa sechs Liter Wasser getrunken.

Regel Nummer fünf: früh losgehen, nicht zu spät ankommen, Pausen am Mittag einplanen. Besonders an heißen Tagen solltet Ihr spätestens um sieben Uhr aufbrechen. Dagegen spricht oft die späte Öffnung des Frühstücksbüffets im Hotel. Aber vertrödelt dort keine Zeit. Es wird schnell unangenehm heiß im Sommer. Am Mittag zwischen eins und drei unbedingt eine Pause einlegen. Das ist die heißeste Zeit am Tag. Unbedingt im Schatten aufhalten und keine eiskalten Getränke hastig trinken. Meine Empfehlung: alkoholfreies Weizenbier, das bringt dem Körper ausgeschwitzte Mineralien zurück. Am Abend nicht zu spät ankommen und früh zu Abend essen. Soll man ein Hotel voraus buchen? Ich habe das nur in Touristenzentren, wie Passau oder Rothenburg und Wien gemacht. Es gab in der Hochsaison nie Schwierigkeiten, ein Bett zu finden. Wenn man nicht voraus bucht, unterliegt man auch nicht dem Zwang, ein bestimmtes Ziel unbedingt erreichen zu müssen. Am Ort angelangt, kann das Handy bei der Auswahl der richtigen Unterkunft hilfreich sein und Kosten sparen.

Regel Nummer sechs: nicht überschätzen. Besonders am Anfang, wenn man noch ungeübt ist, sollte man kürzere Strecken wandern. Für 30 Kilometer benötigt man mindestens acht Stunden, davon sechs bis sieben Stunden reine Laufzeit.  Berücksichtigt auch Steigungen und unwegsame Strecken. Zu Beginn meiner Tour bin ich auf einer Länge von 150 Kilometern etwa 7000 Höhenmeter gewandert. Das kostet Zeit.

Und zum Abschluss zeige ich Euch meine Schuhe, die über 1000 Kilometer mit mir gewandert sind, 20150831_170920blasenfrei!

Etappe 6 von Kelheim nach Deggendorf

 

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Ich folge weiter dem Jakobsweg, und das bedeutet wieder zunächst einen anstrengenden Weg über die Donauberge. Dank tatkräftiger und moralischer  Unterstützung meiner Klassenkameraden Burkhard Muschner und Wolfgang Hummerich war es trotz aller Anstrengungen dann doch ein erlebnisreicher und schöner Tag. Es geht über Wiesen und ausgedehnte Wälder mit Rastmöglichkeiten in vereinzelten schattigen Biergärten bis Regensburg. Dies ist der schönste Teil dieser Etappe. Unbedingt in Regensburg übernachten und das Ambiente der Stadt genießen. Danach geht es immer der Donau entlang,vorbei an der Walhalla und dann weiter über Bogen, Straubing und Metten zum Ende der Etappe. Meistens führt die Etappe ab Regensburg über den Donau Radweg.Leider meistens gar nicht dicht an der Donau, sondern über den weit entfernten Deich. Bei Hitze bis 40 Grad im Schatten ist der Weg eine rechte Plage, da es fast keinen Schatten gibt. Für Wanderer sind die meisten Gasthöfe zu weit abgelegen oder geschlossen. Also genügend Proviant und Wasser mitnehmen. In allen Orten sind die Menschen, wenn man dann welche trifft, sehr freundlich und füllen die Wasserreserven wieder auf. Höhepunkte gibt es nur wenige. Das macht den Weg ziemlich anstrengend./I continue on the „Jakobs Pilgrim- Way“ to Regensburg. That means another challenging trip along the Danube mountains through Meadows and extended forests with some beergardens in between. This is the most beautiful part of the trip. Stay at Regensburg overnight and enjoy the atmosphere of the city. The way follows the Danube river, but mostly far away from it. With 40 degrees centigrade it is a real pilgrim tour, because there is no shadow at all. Plan carefully,where you want to rest, because there are almost no restaurants close enough for hikers. So take enough food and water with you and hope for the support of the friendly people out there. They will always refill your water bottle. There are not so many highlights, which makes this part a boaring one.

Höhepunkte/Highlights

Der Weg von Kelheim bis Regensburg, die Stadt Regenburg, die Walhalla, Straubing, die schwangere Maria von Bogen, Kloster Metten (nach Fertigstellung der Restaurierung in einigen Jahren) /from Kelheim to Regensburg, the City of Regensburg, the Walhalla Monument at the Danube river, Straubing, the pregnant Maria statue at Bogen, the monastery of Metten  after reatauration in many years from now.

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Schönste Stadt der Etappe/most beautiful City on this tour: Regensburg. Nicht nur wegen der Achitektur, der Kirchen und Schlösser. Besonders wegen der Atmosphäre: Regensburg wird die nördlichste Stadt Italiens genannt./Regensburg, not only beautiful buildings, churches and Castles, but also a unique atmosphere, Regensburg is called the most nothern City of Italy.

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Statistics:

Total length of trail:                             1225km (2nd correction)                days walked/total:   4/40

length of this tour/total:            114km/  833 km                                      hours walked/total: 22/398

achievment :                                           68%                                hight/total:        ca. 1018m/8933m

countries:                             1 (Germany)

states:                                  5 (NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bavaria, Baden-Württemberg)

rivers:                                   9 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe, Main, Tauber, Altmühl, Danube, Regen)

Die beste Geschichte auf dieser Etappe: (sorry, German only)

Beethoven in Regensburg

Es wird höchste Zeit, mal wieder über Beethoven zu sprechen. Denn Informationen über seine Reise wären weithin unbekannt geblieben, hätte er nicht mehrmals in Regensburg Station gemacht. Schon zu Beethovens Zeiten wurde im Regensburgischen Diarium, dem damaligen „Intelligenzblatt“ genau Buch geführt, wer wann und zu welchem Zweck und durch welches Stadttor die Stadt betreten oder verlassen hat. Diese Zeitung war ein wöchentlicher Update und berichtete immer dienstags über die aktuellen Brot- Bier- Fleisch- und Getreidepreise, Trauungen, Sterbefälle und Geburten, sowie Diebstähle, Fundsachen, Beförderungen und auch über den Zu- und Abgang von Passagieren zu Wasser und zu Lande. Besonderes Interesse galt dabei den durchreisenden Musikern. Und es gibt noch einen zweiten Beweis: sein Jugendtagebuch. Dem kann man entnehmen, dass Beethoven ungefähr Ende 1876, also noch mit 16 Jahren nach Wien aufbrach, offensichtlich mit der Absicht, dort Mozart zu treffen. Ob dies jemals geschehen ist, bleibt äußerst zweifelhaft. Sein damaliger Gönner, Kurfürst Maximilian Franz, der ihm die Türen in Wien öffnete, soll jedenfalls nach der Rückkehr Beethovens über dessen Erfolg ziemlich enttäuscht gewesen sein.

Über Beethovens Rückkehr nach Bonn ist auch wenig bekannt. Aus seinem Tagebuch kann man lediglich entnehmen, dass er bei seiner Rückkehr die Mutter noch lebend vorfand. Danach muss er vor dem 17. Juli 1787 wieder in Bonn eingetroffen sein.

Ein wenig Licht in die Sache bringt ein Abgleich der Tagebücher mit dem Regensburger Intelligenzblatt.. Danach ist Beethoven am 9. Januar 1787 über die Steinerne Brücke nach Regensburg eingefahren und hat im Hotel Goldener Spiegel übernachtet. Im Dokument heißt es: „Per ord Postwagen von Nürnberg, um 10 Uhr, Morgens, …Hr. Bertenhoven, Organist von Bonn. log in Spiegel“ .

Weitere Einträge über seine Reise finden sich am 1.5.1787 im   Regensburgischen Diarium. Danach ist er aus Regensburg um 11 Uhr nach München abgereist. Das bedeutet, dass Beethoven ungefähr von Januar bis Ende April in Wien gewesen ist. Danach gibt es weitere „Intelligenz-Blatt“ Nachrichten aus München, Augsburg und Regensburg.

Beethoven ist wohl auf seiner Reise in München das Geld ausgegangen. Seinem Tagebuch kann man entnehmen, dass Rechnen nicht seine Stärke und selbst eine kleine Addition von wenigen kleinen Zahlen bereits eine große Herausforderung für ihn war. So hat er sich nach Augsburg zu einem wohlmeinenden Gönner begeben, um seine Reisekasse aufzufrischen. Dort ereilte ihn wohl die Nachricht vom schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter und er reiste über Regensburg und Nürnberg zurück nach Bonn.

Beethovens Reise nach Wien dauerte lange und war insbesondere wegen der Kriegswirren sehr beschwerlich und teuer. Postkutschen fuhren auf manchen Routen nur einmal die Woche und hatten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa fünf Stundenkilometern. Überall war Wegzoll oder Schmiergeld zu entrichten, um die Fahrt fortsetzen zu können.

Heute geht es zu Fuß genauso schnell.

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Nächste Etappe: von Deggendorf nach Linz

Termine:

28.8. von Deggendorf Hbf nach Vilshofen (27km), Übernachtung Gasthof Baumgartner

29.8 von Vilshofen nach Passau (27km) Übernachtung Wilder Mann

30.8. von Passau nach Engelhardszell (28km) Übernachtung Gasthof Goldenes Schaf

31.8 von Engelhardszell nach Haibach (27km)

1.9. von Haibach nach Ottensheim (30 km)

2.9. vom Ottensheim nach Linz Hbf (12km)

Mitwanderer bitte melden

 

Etappe 5 von Eichstätt nach Kelheim

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Charakteristik/Character of the tour

Dieses Mal folge ich dem Jakobsweg und gehe nicht an der Altmühl weiter. Das spart 20km, ist dafür aber auch sehr herausfordernd. Es sind über 2600 Höhenmeter zu überwinden. Vorsicht! Die Beschilderung ist nicht durchgehend vorhanden. Es empfiehlt sich, ein Handy mit einer entsprechenden App mitzunehmen. Ich habe einige Umwege in Kauf nehmen müssen. Besonders der Weg von Stammham nach Altmannstein ist schwierig. Es geht überwiegend durch ausgedehnte Waldgebiete, was die Orientierung weiter erschwert. Der Abstieg zur Donau und zum Kloster Weltenburg belohnt für die Strapazen unterwegs. Unbedingt ein dunkles Klosterbier im wunderschönen Biergarten genießen! Den Rest der Tour, etwa 7km bis Kelheim habe ich ausnahmsweise mit dem Schiff zurückgelegt. Da kann man die schönsten Bilder vom Donaudurchbruch und der Freiheitshalle in Kelheim machen./I followd the Pilgrimway „Jakobsweg“, to save 20km. The way goes up more than 2660m in total and is quite challenging. It is recommended to take  a GPS with you in order to find your way, because you can easiiy loose your orientation. Most of the way ist through forests. At the end you go down to the Danube river and take the manualyl driven ferryboat to the monastery Weltenburg. Have a good refreshing dark beer and take the 7km boat ride to Kelheim with the spectecular view on Danube river.

Höhepunkte/Highlights

Eichstädt, die endlosen Waldwege, einige barocke Kirchen, Kloster Weltenburg, die Fährfahrt über die Donau, die Flussfahrt durch die Donauenge nach Kelheim/Eichstädt, the not ending trip through the forest, some baroque churches, monastery Weltenburg, the Danube river cruise to Kelheim.

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Schönste Stadt der Etappe/most beautiful City on this tour: lanweilig, aber barock:Eichstädt/Boaring but baroque:Eichstädt

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Statistics:

Total length of trail:                             1225km (2nd correction)                days walked/total:     3/36

length of this tour/total:            69km/  719km                                           hours walked/total: 15/376

achievment :                                            59%                                hight/total:        ca. 2660m/7915m

countries:                             1 (Germany)

states:                                  5 (NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bavaria, Baden-Württemberg)

rivers:                                   8 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe, Main, Tauber, Altmühl, Danube)

Die beste Geschichte auf dieser Etappe: (sorry, German only)

Von den zu kleinen Brötchen

Heute zu einem relativ kurzen Weg auch nur eine relativ kurze Geschichte. Es wird häufig angenommen, dass Brötchen in Deutschland ein bestimmtes Mindestgewicht haben müssen und dies gesetzlich geregelt sei. Das ist aber ein Irrglaube. Über ein zu kleines Brötchen kann man sich heute nicht mehr beschweren.

Zur Zeit der Zünfte war dies allerdings anders. Da mussten Brötchen ein bestimmtes Mindestgewicht haben. Das wurde auch kontrolliert. Und wer dagegen verstieß, der musste mit unangenehmen Strafen rechnen. So war für solche Missetäter in Eichstätt das „Prellen“ als Strafe festgesetzt. Diese wurde in aller Öffentlichkeit vollzogen. Dabei wurde der betroffene Bäcker in einen Korb gesetzt, der an einem Kran an der Altmühl-Brücke festgemacht war, und unter dem Gespött der Einwohner mehrmals unter Wasser getaucht. Die Länge der Strafe richtete sich dabei nach dem Maß der Gewichtsunterschreitung. Kein Wunder also, dass die so Bestraften in aller Regel Reue zeigten und im wahrsten Sinne des Wortes  „kleine Brötchen buken“.

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Etappe 4 von Rothenburg nach Eichstätt

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Charakteristik/Character of the tour

Von Rothenburg geht es zunächst wieder steil nach unten und wieder steil bergauf. Danach führt der Weg gemächlich bis zur Altmühl über Felder und Wiesen und manchmal durch beschauliche Ortschaften, meistens entlang des Flusses. Kurz vor Gunzenhausen lädt der Taubersee zum Baden ein, ein künstliches Gewässer, welches während des Baus des Main-Donau-Kanals entstanden ist. Der See soll den Wasserhaushalt bei langen Trockenperioden ausgleichen. Hinter Gunzenhausen geht es wieder an der Tauber entlang, bis die katholische Universitätsstadt Eichstätt erreicht wird. Eichstätt ist bekannt wegen seiner barocken Altstadt. bedingt durch die hohe Anzahl angehender Priester ist das Nachtleben hier in der Regel sehr ruhig./ From Rothenburg the way becomes quite challenging, until the  Altmühl river has been reached. Some ups and downs. The way at the river leads to the artifical Lake Altmühl. When the Main-Donau Channel was built, the lake meant to care for enough water during dry periods. Then from Gunzenhausen to Eichstätt you walk throug fields and Meadows along the river, until the catholic baroque City of Eichstaett is reached.

Höhepunkte/Highlights

Leutershausen mit seinen Museen, der Altmühlsee, Eichstädt mit seinen schönen barocken Bauten und dem Kloster./Leutershausen with it´s Museum, Lake Altmühl and Eichstätt.

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Schönste Stadt der Etappe/most beautiful City on this tour: Heute ist Rothenburg der Gewinner. Bilder vom Riemenschneider Altar  /This time the winner is Rothenburg.photos of the Riemenschneider altar.

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Statistics

Total length of trail:                             1245km (corrected)                days walked/total:     6/33

length of this tour/total:            152km/  650km                                 hours walked/total:  36/351

achievment :                                            52%                                        hight/total:        ca. 150m/5255m

countries:                             1 (Germany)

states:                                  5 (NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bavaria, Baden-Württemberg)

rivers:                                   7 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe, Main, Tauber, Altmühl)

Die beste Geschichte auf dieser Etappe: (sorry, German only)

Museum für einen zweifelhaften Bürger

Leutershausen ist über seine Grenzen als Handballstadt bekannt. Nur wenige werden wissen, dass man dort in vorauseilendem Gehorsam Adolf Hitler als dritte Stadt die Ehrenbürgerschaft angetragen hat. Leider hat es nach dem Krieg immerhin drei Jahre gedauert, bis sie ihm wieder aberkannt wurde. Und es gibt noch einen weiteren Ehrenbürger, dem man sogar ein Museum und ein Denkmal gebaut hat.

Hand aufs Herz! Wer kennt Gustave Whitehead? Der wurde am 1. Januar 1874 als Gustav Weißkopf in Leutershausen geboren. Zunächst ist wenig über ihn bekannt. Als Kind brach er eine Lehre als Buchbinder, dann als Schlosser ab. Letztere, weil er sich unerlaubt von aus seinem Ausbildungsort entfernte. Dann zieht die Familie nach Höchst mit ihren sechs Kindern um. Vater und Mutter versterben kurz hintereinander. Gustav kommt mit seinem Bruder Karl nach Ansbach zu seinen Großeltern. Es ist bekannt, dass er nach Südamerika ausgereist ist. Dort verliert sich seine Spur.

Erst um das Jahr 1895 gibt es wieder Aufzeichnungen von ihm in den USA. Um diese Zeit ist er auf unbekannte Weise eingereist und soll behauptet haben, Mitarbeiter von Otto Lilienthal gewesen zu sein. Dies brachte ihm eine Anstellung bei der Aeronautical Society in Boston, die vergeblich versucht hatte, Lilienthal zu bewegen, nach Boston zu kommen. Nun erhält Weißkopf den Auftrag, Fluggeräte zu bauen. Er versucht es mit zwei Modellen, welche beide fluguntauglich sind. Daraufhin wird er entlassen und verässt Boston. Es gibt verschiedene Anstellungen in New York und Pittsburgh.

Schließlich freundet sich Weißkopf, der nun Whitehhead heißt, mit einem Arbeitskollegen Lois Darvarich an, mit dem er beginnt, Flugzeuge mit dampfgetriebenen Motoren zu bauen. Darvarich hat in einer eidesstattlichen Erklärung angegeben, dass er zusammen mit Weißkpof im April oder Mai des Jahres 1899 mit einem solchen Flugzeug abgehoben habe, etwa eine Meile in acht Metern Höhe geflogen und schließlich an einem Gebäude zerschellt sei, was ihm schwere Verbrühungen zugefügt habe. Weißkopf selbst hat über diesen Flug niemals berichtet und es gibt auch keinerlei Dokumente darüber. Davarich selbst hat die Erklärung erst 1934 abgegeben. So bleibt zu vermuten, dass er Teilhaber an einer weltgeschichtlichen Sensation werden wollte, nämlich dem ersten Motorflug der Welt .Experten bezweifeln jedoch, dass ein Flugzeug dieser Bauweise hätte starten, geschweige denn abheben können.

Im Jahre 1900 geht Weißkopf nach Bridgeport in Connecticut, wird dort Nachtwächter und beschäftigt sich in seiner Freizeit weiter mit dem Bau von Flugzeugen. Der Herausgeber des „Scientific American“ finanziert das Vorhaben großzügig. Weißkopf baut mehrere Modelle, und seine Nr. 21, welche als Kreuzung aus Vogel, Fledermaus und Bootsrumpf bezeichnet wird, soll nach seinen Angaben am 14. August 1901, tatsächlich geflogen sein. Er benennt zwei Augenzeugen, die aber auf dem hierzu erstellten Foto nicht zu sehen sind. Einer von ihnen, James Dickie, sagt hierzu später aus, dass er Gehilfe von Weißkopf gewesen sei, aber nie ein Flugzeug hätte fliegen sehen.

Noch einmal versucht Weißkopf, den Bau von Flugzeugen in Angriff zu nehmen. Er erhält zehntausend Dollar als Startkapital vom Unternehmer Herman Linde zur Gründung eines Unternehmens. Weißkopf verspricht, in wenigen Monaten ein Flugzeug auf den Markt zubringen. Bereits 1902 allerdings verklagt ihn sein Geldgeber, der über das Ergebnis der geleisteten Arbeit entsetzt ist.

Im Jahre 1902 wird das Modell 22 fertiggestellt. Weißkopf behauptet, damit  mehrere Flüge über Long Island mit Weiten von mehreren Meilen und einer Geschwindigkeit von bis zu 110km/h absolviert zu haben. Aber auch hierzu gibt es wieder keine Dokumente und die angeblichen Helfer sind nie gefunden worden. Auch sein Bruder, der etwa drei Monate nach diesem Ereignis in Bridgeport eintrifft, hat nie etwas von seinem Bruder hierzu gehört.

Im Jahre 1910 versiegen die Geldquellen für weitere Versuche, Weißkopf geht 1912 in Konkurs, arbeitet als Fabrikarbeiter in Bridgeport und stirbt am 10. Oktober 1927.

Damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Mehrere Flugversuche mit Nachbauten seines Modells 21 in den Jahren 1985 und 1998 werden erfolgreich abgeschlossen, um die Behauptungen von Weißkopf zu erhärten. Dabei werden Flugstrecken von 100 bzw. 428m zurückgelegt. Der wesentlich leichtere und auch stärkere Motor kann allerdings nur mit einem modernen Kompressor gestartet werden, der Weißkopf damals sicherlich nicht zur Verfügung stand.

Im Jahre 2013 veröffentlicht der Australier John Brown nach langjähriger Forschung einen Bericht mit der Überzeugung, dass Weißkopf bereits vor den Gebrüdern Wright einen Motorflug absolviert hat. Und der Staat Connecticut erlässt 2013 ein Gesetz, welches Weißkopf als den ersten Motorflieger bestätigt. In Leutershausen gründet sich die „Flughistorische Forschungsgemeinschaft Gustav Weißkopf“, welche weitere Belege für den ersten Motorflug auffinden will.

Was ist wahr, was Legende? Fest steht, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts der erste Motorflug so bedeutsam war, wie für uns heute die erste Mondlandung. Viele wollten den Ruhm für sich in Anspruch nehmen. Da ist es sehr verständlich, dass hier und dort geschummelt wurde – oder aber auch nicht. Leutershausen jedenfalls hat seinem Ehrenbürger gleich ein Denkmal und ein Museum gewidmet. Dort wird  die Geschichte zweifelsfrei als Erfolg dargestellt: Weißkopf war der erste Motorflieger. Ausrufezeichen!. Punkt.Schaut es euch an und überzeugt euch selbst.

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Etappe 3 von Wertheim nach Rothenburg ob der Tauber

 

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Charakteristik/Character of the tour

Dieses Mal ist es wieder ein bisschen anstrengender. Der Weg folgt dem Radweg „liebliches Taubertal“ überwiegend entlang der Tauber, geht manchmal aber auch seitwärts über Hügel und Felder. Viele kleine Orte mit prächtigen Bauwerken. Es lohnt sich, ein paar Mal zu unterbrechen und sich umzuschauen. Der kurze Abstecher in Creglingen zur Herrgottskirche ist ein Muss. Wer Zeit und Energie hat, kann bis zum Erholungsgebiet Münsterseen verlängern (ca. 4km). In Weikersheim sollte man sich genügend Zeit nehmen für Altsstadt, Schloss und Schlossgarten. Unbedingt übernachten. Nach Rothenburg geht es zum Ende dieser Etappe noch einmal steil bergauf. Aber das lohnt sich natürlich. Unbedingt mindestens eine Nacht verweilen! Auf dieser Strecke gibt es im Sommer überall Feste. Auf Eurer Wanderung werdet Ihr auf alle Fälle irgendwo dazu stoßen./ This part is more challenging. Follow the bike-trail „Liebliches Taubertal“, mostly along the river Tauber, but sometimes up the hills and fields. Many litlle cosy villages with gorgeous churches and castles. Don´t hustle, but take breaks.Take the little extra way at Creglingen to see the „Herrgottskirche“ with the wooden altar handcrafted by Tilman Riemenschneider. You can also continue on this way to the lake area of Munster (extra 4km). Stay overnight at Weikersheim, a beautiful ensenmble of old town, Castle and garden.Before you reach Rothenburg, you have to walk up about 300m up the hill at the end of this tour. At summertime you will find Festivals in many villages. So stay, relax, enjoy and have a good beer! 

Höhepunkte/Highlights

Die Altstadt von Wertheim, Kloster Bronnbach, Tauberbischofsheim,Bad Mergentheim mit Schloss, Creglingen mit der Herrgottskirche, Weikersheim und  Rothenburg/old town of Wertheim, monastery Bronnbach, Tauberbischofsheim, Bad Mergentheim and Castle, Creglingen and the „Herrgottskirche“, Weikersheim and Rothenburg.

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Schönste Stadt der Etappe/most beautiful City on this tour: Wer kann Rothenburg schon überbieten? Weikersheim kann! Für mich die Nr.1 auf dieser Etappe, weil mit Altstadt, Schloss und Park ein einzigartiges Gesamtkunstwerk entstanden ist./ Who can beat Rothenburg? Weikersheim can! My No. 1 on this part of the tour. Romantic old town, Renaissance castle and barock garden at a small place – how beautiful!

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Statistics

Total length of trail:                             1260km                                      days walked/total:      4/27

length of this tour/total:            102km/  498km                                 hours walked/total:  50/315

achievment :                                            39%                                        hight/total:        ca. 600m/5105m

countries:                             1 (Germany)

states:                                  5 (NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bavaria, Baden-Württemberg)

rivers:                                   6 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe, Main, Tauber)

Die beste Geschichte auf dieser Etappe: (sorry, German only)

Revoluzzer in Niklashausen

Bauern hatten es nicht leicht im ausgehenden Mittelalter. Kaum jemand hatte noch eigenes Land. Alles gehörte den Grundherren, die ihre Bauern gnadenlos ausbeuteten. Es waren Pacht, Kopfzins und Steuern zu entrichten, die vom jeweiligen Besitzer nach Gutdünken festgesetzt wurden. Die Bauern mussten bis zu dreimal die Woche kostenlos beim Grundherrn mit ihren Geräten arbeiten und konnten somit ihre Felder nicht ordentlich bestellen. Hinzu kamen noch Frondienste für die unterschiedlichsten Gemeinschaftsaufgaben wie Wege- und Brückenbau. Kein Wunder also, dass die Stimmung bei den Bauern auf dem Nullpunkt war. Ausrichten konnten sie allerdings nicht viel, da ihnen der Besitz von Waffen nicht erlaubt war. In anderen Länder war es schon zu Aufständen gegen die Regierenden gekommen, aber in Mainfranken war bisher noch nichts geschehen.

Bis ein junger Mann, der eines Tages aus seiner Heimatstadt nahe Würzburg nach Niklashausen kam, alles veränderte. Hans Böheim ist unter verschiedenen Namen in der Region bekannt geworden. Manche nannten ihn Pfeiferhänslein, andere den Trommler von Niklashausen, weil er zu Festen gerne auf seiner Maultrommel aufspielte. Aber berühmt geworden ist er, als er seine Musikinstrumente öffentlich in einer Kapelle verbrannte.

Da war ihm nämlich vorher die Mutter Gottes erschienen und hatte ihm aufgetragen, als Prophet und  Prediger für eine bessere Welt aufzutreten. Womit er umgehend begann. Er rief die Menschen in Niklashausen in der Marienkapelle zusammen, verbrannte seine Musikinstrumente und verkündete, von nun an für eine bessere Welt zu kämpfen. Bald strömten tausende von Menschen in die kleine Gemeinde, denen Böheim versprach, sie vom Joch der Fronherrschaft zu befreien und ein Reich zu errichten, in dem weder die Kirche noch die Grundherren das Sagen hatten. Alle sollten jagen und fischen dürfen und am Gemeingut teilhaben. Damit hatte er es sich mit allen mächtigen Parteien im Lande gleichzeitig verscherzt.

Bald drang die Kunde vom Pfeiferhänslein bis zum Fürstbischof in Würzburg und dem Grafen von Wertheim, die sich in ihrer Autorität angegriffen fühlten. So dauerte es auch nur bis in den Frühsommer des Jahres 1476, bis bewaffnete Reiter des Fürstbischof in Niklashausen eintrafen, Hans Böhm festnahmen und in der Marienburg in Würzburg inhaftierten. Der Sage nach sollen mehr als zehntausend seiner Anhänger nach Würzburg  gereist sein, um den Eingesperrten zu befreien. Allerdings konnten sie mit ihren Mistgabeln und Spaten wenig gegen das Festungsbauwerk ausrichten.

Hans Böhm wurde kurzerhand der Prozess gemacht, er wurde als Ketzer verurteilt und sofort nach Beendigung des Prozesses auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Der Fürstbischof konnte Hans Böheim verbrennen, nicht aber seine Ideen. Zu der Marienkapelle pilgerten weiterhin tausende Menschen, bis der Bischof auch hier Feuer legte. Aber mehr und mehr Bauern rotteten sich zusammen und die (erfolglosen)Bauernkriege der Jahre 1524 und 1525 waren der Höhepunkt der Unzufriedenheit mit den Herrschern. Aber auch das Unwesen der damaligen katholischen Geistlichen, die Böheim immer wieder anprangerte, wurde beendet. In Niklashausen wurde bereits im Jahre 1529 die Reformation durchgeführt.

Auf dem Weg nach Rothenburg solltet ihr in Niklashausen Rast machen und das Pfeiferhaus besuchen. Den Schlüssel hierfür gibt es ein paar Häuser links davon.

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