Etappe 1 von Bonn nach Ruedesheim

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Charakteristik/Character of the tour

Zunächst geht es gemächlich am Rhein entlang bis zum Jugendstilbahnhof Rolandseck mit Blick auf das Siebengebirge. Danach beginnt der Rheinburgenweg mit traumhaften Blicken auf das Rheintal. Ab Namedy führt der Weg durch die Vulkaneifel über Winningen an der Mosel und Koblenz. Von dort geht es dann wieder bergauf und bergab am Rhein entlang bis Bingen. Für diese letzte Strecke sind feste Wanderschuhe unbedingt zu empfehlen. Für Wagemutige gibt es sogar zwei alpine Kletterabschnitte.

The trip starts easyly from Bonn to the Art Deko trainstation of Rolandseck along the river Rhine with scenic views to the Seven Hills. At this Point the „Rheinburgenweg“ starts, a 200km long trail along the river Rhine, also passing a vulcano rock area, the river Mosel, then back to Koblenz at the river Rhine to continue to Bingen along the river. The last part, beginning at Koblenz, requires good walking shoes, as the way is very steep. Two times you can even choose an extreme  alpine walkway.

Höhepunkte/Highlights:

Startschuss in Bonn, begleitet vom Bonner Generalanzeiger, Beethovenweg in Bonn, Besuch des Beethovenhauses, Beethovenkonzert in der barocken  Namen Jesu Kirche. Jugendstilbahnhof Rolandseck, Apollinariskirche Remagen, Blick auf die Burgen im Rheintal./Start in Bonn, reported by „Bonner Generalanzeiger“, Beethoven-trail in Bonn (ask Tourist-Office for a plan),visit of Beethoven´s birthplace, Beethoven concert at „Namen Jesu“-church in Bonn. Art-deco railway Station at Rolandseck, Appolinaris church at Remagen, view on the Rhine-valley and it´s many Castles. 

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Schönste Stadt der Etappe/most beautiful city on this part: Bonn!!!, sorry to say, but most of the cities at the river Rhine need reatauration. They look ugly and destroyed.  But the view on the river is outstanding.

Statistics

Total length of trail:                             1260km                                      days walked/total:        15/15

length of this tour/total:            215km/  215km                                 hours walked/total:  220/220

achievment :                                            17%                                        hight/total:        4665m/4665m

countries:                             1 (Germany)

states:                                  2 (NRW, Rheinland-Pfalz)

rivers:                                   4 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe)

Die beste Geschichte auf dieser Etappe: (sorry, German only)

Wie das Beethovendenkmal in Bonn entstand – filmreif!

Was kaum noch jemand für möglich gehalten hatte: am 12.August 1845 wurde das Beethovendenkmal in Bonn unter den Augen des Kaisers Friedrich Wilhelm IV, der englischen Königin Victoria nebst Gemahl, sowie den bedeutendsten Musikern dieser Epoche tatsächlich eingeweiht. Die Entstehungsgeschichte ist ein Epos, gemixt aus Genialität und Unvermögen, Intrigen und Eifersüchteleien, Besserwisserei und Selbstsucht. Aber gehen wir auf Anfang zurück.

Am 17. Dezember 1835 gründete sich zum 65. Geburtstag Beethovens der „Bonner Verein für Beethovens Monument“. Warum? Die Stadt Bonn hatte für einen ihrer größten Söhne kein Geld übrig und so versuchte man, wie auch heute, das Projekt durch private Investoren zu finanzieren. Schon früh konnte man Robert Schumann für den Plan gewinnen. In der von ihm herausgegebenen Musikzeitschrift wurde ein Spendenaufruf veröffentlicht. Leider mit mäßigem Erfolg. Schumann selbst träumte von einem Standbild, so groß, dass man es von den vorbeibeiziehenden Schiffen aus sehen sollte. Ein Vorhaben, dass wegen der damaligen Bebauung rund um den Münsterplatz aussichtslos war. Ein Bauantrag beim König Friedrich Wilhelm III. scheiterte. Zu jener Zeit war der öffentliche Raum für erfolgreiche Feldherren oder Fürsten vorbehalten.

Die Gründungsmitglieder verlies das Interesse und ein damaliger Chronist (Henry F. Chorley) beschrieb seinen britischen Landsleuten die Situation wie folgt:

„So traten sie zur Eröffnung einer Subskription zusammen, man plante, hielt Reden, ließ die Gläser klingen und sang – in der Sache selbst aber geringe Fortschritte machend. Dann ließ man die Sache einschlummern nach deutschem Brauch. Denn der Enthusiasmus dieses vielseitigen, vielfarbigen, vielvölkerigen Landes liebt bewegte Feste. Es ist fähig zu ebben, stille zu stehen, einzutrocknen, sobald sich der Selbstillustration des Witzes eine noch anziehendere Gelegenheit bitet, um von neuem – zu planen, zu reden, anzustoßen und zu singen.“

Die Sache nahm erst wieder Schwung auf, als Schumann Franz List für die Idee gewinnen konnte. Der war nicht nur begeistert, sondern steuerte auch gleich eine beträchtliche Summe zu dem Projekt bei und kannte auch einen italienischen Bildhauer, der das Monument in Marmor erstellen konnte.

Da war die Begeisterung riesengroß – über das fehlende Geld zur Realisierung, nicht aber über den Italiener.Unter den rechtschaffenen Patrioten im Komitee stand unumstößlich fest, dass nur ein deutscher Bildhauer gut genug war, das Konterfei Beethovens zu fertigen. Schließlich gab es zu dieser Zeit ja genügend renommierte deutsche Künstler.

Um nun dennoch zu dem ersehnten Geld zu kommen, griff man zu einem Kniff. Man teilte List mit, dass im rauen Klima des Rheinlandes eine Marmorstatue nicht lange halten werde und daher Eisen oder Bronze das geeignete Material wäre, was zudem auch preiswerter sei. Und für dieses Material wären die deutschen Bildhauer einfach die bessere Wahl. Im übrigen habe der neue König Friedrich Wilhelm IV eine Baugenehmigung erteilt unter der Auflage, dass die Statue aus Eisen oder Bronze hergestellt werden müsse.

List willigte schließlich ein, weil ihm einzig und allein daran lag, dass Beethoven endlich zu seiner Ehrung kommen sollte. Inzwischen war auch das restliche Bargeld zusammen (insgesamt 13.000 Thaler) und es konnte mit der Auswahl des Bildhauers begonnen werden. Hierbei entwickelte sich abermals viel Streit, da den einen die Entwürfe zu pathetisch und den anderen nicht pathetisch genug erschienen. Letztendlich erhielt der Entwurf von Ernst Hähnel den Zuschlag. Dieser beauftragte den Nürnberger Erzgießer Daniel Burgschmit mit der Realisierung.

Franz List wollte mit der Enthüllung des Denkmals ein großes Musikfest zu Ehren Beethovens verbinden, zu dem die berühmtesten Künstler Europas eingeladen werden sollten. Er wandte sich an den Oberbürgermeister von Bonn wegen der Finanzierung, stieß aber auf Ablehnung. Die benötigte Summe, hauptsächlich für den Bau einer riesigen Festhalle, wurde dann durch eine Reihe von Benefizkonzerten erwirtschaftet.  Schließlich waren alle Künstler beauftragt, die Halle fertiggestellt und das Fest konnte beginnen.

Der Ruf des Festes hatte sich in Windeseile über ganz Europa verbreitet und so strömten Massen von Touristen in die kleine Stadt und suchten Herberge und Speise. Dies trieb die Preise in Hotels und Gaststätten in schwindelerregende Höhen, die Stadt war dem Ansturm nicht gewachsen.

Endlich war es soweit, am 12. August um 10:30 Uhr zog sich ein nicht enden wollender Festzug durch die Straßen von Bonn zum Münsterplatz. Die königlichen Herrschaften hatten bereits auf dem  Ehrenbalkon Platz genommen, warteten aber noch auf die Ankunft der „Herrschaften vom Schloss Brühl“. Diese hatten beschlossen, mit dem Schiff anzureisen, um die volle Aufmerksamkeit auf sich zu richten. Nach langem Warten tönte ein Signal, welches die Ankunft des Dampfschiffes ankündigte und Minuten später nahmen die Herrschaften ebenfalls auf dem Balkon Platz.

Nach einer kurzen Ansprache und einer Gewehrsalve wurde dann das Denkmal enthüllt. Alle Anwesenden jubelten, Franz List ging als erster auf das Denkmal zu und der Chronist schreibt dazu: „Nie sah ich einen Ausdruck auf einem Antlitz so edel und so hoheitsvoll strahlend wie auf diesem.“ Während Franz List direkt   vor dem Meister stand, war es den königlichen Herrschaften durch unglückliche Positionierung nur vergönnt, den Rücken Beethovens zu betrachten.

Aber das blieb nicht das einzige Missgeschick an diesen Tagen. Die mit der Organisation des Festes beauftragten Personen waren mit den Fragen des Protokolls total überfordert. So wurden wichtige Persönlichkeiten nicht eingeladen, unwichtige aber doch. Viele der Eingeladenen sagten aus diesem Grunde dann ab. Die aus aller Welt herbeigerufenen Musiker verfielen in einen unsäglichen Streit darüber, wie Beethovens Werke richtig zu interpretieren seien. Am Ende half nur die Autorität von Franz List, das größte Chaos zu vermeiden. Schließlich erfuhr der Kurfürst von Brühl, dass die größten Musiker Europas in Bonn weilten und lud die Besten von Ihnen kurzer Hand in sein Schloss ein. Die fehlten nun bei den Konzerten in Bonn. Und die nicht Eingeladenen waren so beleidigt, dass sie auch keine Lust mehr hatten zu spielen. Auch hier war es wieder List, der am Ende rettete, was noch zu retten war. Und letztendlich kam es noch zu einem ersten würdigen Beethovenfest in Bonn, das von da an  immer wiederholt wurde. Dieses sollte durch eine neue Komposition von Franz List gekrönt werden, zu dem der preußische König seine Teilnahme mehr oder weniger  zugesagt hatte. Am Tag der Aufführung wartete man auf ihn allerdings über Stunden vergeblich. Schließlich beschloss List, das Werk ohne den König aufzuführen. Wie ein Chronist schrieb, geschah dies bei allen Musikern mit großer Lustlosigkeit. Im gleichen Augenblick, als List das Werk beendete und den Taktstock senkte, erschien der König mit großer Begleitung. Offensichtlich hatte er sich etwas mehr Zeit für sein Frühstück gegönnt. List erhob den Taktstock und ließ sein Werk noch einmal erklingen.  Dieses Mal mit großer Begeisterung und so, als ob es sich dabei um ein gänzlich anderes Stück handelte.

Das Beethovendenkmal steht seit seiner Enthüllung immer am selben Platz – mit einer Ausnahme. Als unter dem Münsterplatz eine Tiefgarage gebaut wurde, musste es umgesetzt werden. Aber bei seiner Rückkehr gab es wieder eine Feier, wieder im Beisein der englischen Königin!

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