Etappe 3 von Wertheim nach Rothenburg ob der Tauber

 

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Charakteristik/Character of the tour

Dieses Mal ist es wieder ein bisschen anstrengender. Der Weg folgt dem Radweg „liebliches Taubertal“ überwiegend entlang der Tauber, geht manchmal aber auch seitwärts über Hügel und Felder. Viele kleine Orte mit prächtigen Bauwerken. Es lohnt sich, ein paar Mal zu unterbrechen und sich umzuschauen. Der kurze Abstecher in Creglingen zur Herrgottskirche ist ein Muss. Wer Zeit und Energie hat, kann bis zum Erholungsgebiet Münsterseen verlängern (ca. 4km). In Weikersheim sollte man sich genügend Zeit nehmen für Altsstadt, Schloss und Schlossgarten. Unbedingt übernachten. Nach Rothenburg geht es zum Ende dieser Etappe noch einmal steil bergauf. Aber das lohnt sich natürlich. Unbedingt mindestens eine Nacht verweilen! Auf dieser Strecke gibt es im Sommer überall Feste. Auf Eurer Wanderung werdet Ihr auf alle Fälle irgendwo dazu stoßen./ This part is more challenging. Follow the bike-trail „Liebliches Taubertal“, mostly along the river Tauber, but sometimes up the hills and fields. Many litlle cosy villages with gorgeous churches and castles. Don´t hustle, but take breaks.Take the little extra way at Creglingen to see the „Herrgottskirche“ with the wooden altar handcrafted by Tilman Riemenschneider. You can also continue on this way to the lake area of Munster (extra 4km). Stay overnight at Weikersheim, a beautiful ensenmble of old town, Castle and garden.Before you reach Rothenburg, you have to walk up about 300m up the hill at the end of this tour. At summertime you will find Festivals in many villages. So stay, relax, enjoy and have a good beer! 

Höhepunkte/Highlights

Die Altstadt von Wertheim, Kloster Bronnbach, Tauberbischofsheim,Bad Mergentheim mit Schloss, Creglingen mit der Herrgottskirche, Weikersheim und  Rothenburg/old town of Wertheim, monastery Bronnbach, Tauberbischofsheim, Bad Mergentheim and Castle, Creglingen and the „Herrgottskirche“, Weikersheim and Rothenburg.

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Schönste Stadt der Etappe/most beautiful City on this tour: Wer kann Rothenburg schon überbieten? Weikersheim kann! Für mich die Nr.1 auf dieser Etappe, weil mit Altstadt, Schloss und Park ein einzigartiges Gesamtkunstwerk entstanden ist./ Who can beat Rothenburg? Weikersheim can! My No. 1 on this part of the tour. Romantic old town, Renaissance castle and barock garden at a small place – how beautiful!

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Statistics

Total length of trail:                             1260km                                      days walked/total:      4/27

length of this tour/total:            102km/  498km                                 hours walked/total:  50/315

achievment :                                            39%                                        hight/total:        ca. 600m/5105m

countries:                             1 (Germany)

states:                                  5 (NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bavaria, Baden-Württemberg)

rivers:                                   6 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe, Main, Tauber)

Die beste Geschichte auf dieser Etappe: (sorry, German only)

Revoluzzer in Niklashausen

Bauern hatten es nicht leicht im ausgehenden Mittelalter. Kaum jemand hatte noch eigenes Land. Alles gehörte den Grundherren, die ihre Bauern gnadenlos ausbeuteten. Es waren Pacht, Kopfzins und Steuern zu entrichten, die vom jeweiligen Besitzer nach Gutdünken festgesetzt wurden. Die Bauern mussten bis zu dreimal die Woche kostenlos beim Grundherrn mit ihren Geräten arbeiten und konnten somit ihre Felder nicht ordentlich bestellen. Hinzu kamen noch Frondienste für die unterschiedlichsten Gemeinschaftsaufgaben wie Wege- und Brückenbau. Kein Wunder also, dass die Stimmung bei den Bauern auf dem Nullpunkt war. Ausrichten konnten sie allerdings nicht viel, da ihnen der Besitz von Waffen nicht erlaubt war. In anderen Länder war es schon zu Aufständen gegen die Regierenden gekommen, aber in Mainfranken war bisher noch nichts geschehen.

Bis ein junger Mann, der eines Tages aus seiner Heimatstadt nahe Würzburg nach Niklashausen kam, alles veränderte. Hans Böheim ist unter verschiedenen Namen in der Region bekannt geworden. Manche nannten ihn Pfeiferhänslein, andere den Trommler von Niklashausen, weil er zu Festen gerne auf seiner Maultrommel aufspielte. Aber berühmt geworden ist er, als er seine Musikinstrumente öffentlich in einer Kapelle verbrannte.

Da war ihm nämlich vorher die Mutter Gottes erschienen und hatte ihm aufgetragen, als Prophet und  Prediger für eine bessere Welt aufzutreten. Womit er umgehend begann. Er rief die Menschen in Niklashausen in der Marienkapelle zusammen, verbrannte seine Musikinstrumente und verkündete, von nun an für eine bessere Welt zu kämpfen. Bald strömten tausende von Menschen in die kleine Gemeinde, denen Böheim versprach, sie vom Joch der Fronherrschaft zu befreien und ein Reich zu errichten, in dem weder die Kirche noch die Grundherren das Sagen hatten. Alle sollten jagen und fischen dürfen und am Gemeingut teilhaben. Damit hatte er es sich mit allen mächtigen Parteien im Lande gleichzeitig verscherzt.

Bald drang die Kunde vom Pfeiferhänslein bis zum Fürstbischof in Würzburg und dem Grafen von Wertheim, die sich in ihrer Autorität angegriffen fühlten. So dauerte es auch nur bis in den Frühsommer des Jahres 1476, bis bewaffnete Reiter des Fürstbischof in Niklashausen eintrafen, Hans Böhm festnahmen und in der Marienburg in Würzburg inhaftierten. Der Sage nach sollen mehr als zehntausend seiner Anhänger nach Würzburg  gereist sein, um den Eingesperrten zu befreien. Allerdings konnten sie mit ihren Mistgabeln und Spaten wenig gegen das Festungsbauwerk ausrichten.

Hans Böhm wurde kurzerhand der Prozess gemacht, er wurde als Ketzer verurteilt und sofort nach Beendigung des Prozesses auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Der Fürstbischof konnte Hans Böheim verbrennen, nicht aber seine Ideen. Zu der Marienkapelle pilgerten weiterhin tausende Menschen, bis der Bischof auch hier Feuer legte. Aber mehr und mehr Bauern rotteten sich zusammen und die (erfolglosen)Bauernkriege der Jahre 1524 und 1525 waren der Höhepunkt der Unzufriedenheit mit den Herrschern. Aber auch das Unwesen der damaligen katholischen Geistlichen, die Böheim immer wieder anprangerte, wurde beendet. In Niklashausen wurde bereits im Jahre 1529 die Reformation durchgeführt.

Auf dem Weg nach Rothenburg solltet ihr in Niklashausen Rast machen und das Pfeiferhaus besuchen. Den Schlüssel hierfür gibt es ein paar Häuser links davon.

Unbenannt

                                                     

 

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