Etappe 4 von Rothenburg nach Eichstätt

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Charakteristik/Character of the tour

Von Rothenburg geht es zunächst wieder steil nach unten und wieder steil bergauf. Danach führt der Weg gemächlich bis zur Altmühl über Felder und Wiesen und manchmal durch beschauliche Ortschaften, meistens entlang des Flusses. Kurz vor Gunzenhausen lädt der Taubersee zum Baden ein, ein künstliches Gewässer, welches während des Baus des Main-Donau-Kanals entstanden ist. Der See soll den Wasserhaushalt bei langen Trockenperioden ausgleichen. Hinter Gunzenhausen geht es wieder an der Tauber entlang, bis die katholische Universitätsstadt Eichstätt erreicht wird. Eichstätt ist bekannt wegen seiner barocken Altstadt. bedingt durch die hohe Anzahl angehender Priester ist das Nachtleben hier in der Regel sehr ruhig./ From Rothenburg the way becomes quite challenging, until the  Altmühl river has been reached. Some ups and downs. The way at the river leads to the artifical Lake Altmühl. When the Main-Donau Channel was built, the lake meant to care for enough water during dry periods. Then from Gunzenhausen to Eichstätt you walk throug fields and Meadows along the river, until the catholic baroque City of Eichstaett is reached.

Höhepunkte/Highlights

Leutershausen mit seinen Museen, der Altmühlsee, Eichstädt mit seinen schönen barocken Bauten und dem Kloster./Leutershausen with it´s Museum, Lake Altmühl and Eichstätt.

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Schönste Stadt der Etappe/most beautiful City on this tour: Heute ist Rothenburg der Gewinner. Bilder vom Riemenschneider Altar  /This time the winner is Rothenburg.photos of the Riemenschneider altar.

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Statistics

Total length of trail:                             1245km (corrected)                days walked/total:     6/33

length of this tour/total:            152km/  650km                                 hours walked/total:  36/351

achievment :                                            52%                                        hight/total:        ca. 150m/5255m

countries:                             1 (Germany)

states:                                  5 (NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bavaria, Baden-Württemberg)

rivers:                                   7 (Rhine, Ahr, Mosel, Nahe, Main, Tauber, Altmühl)

Die beste Geschichte auf dieser Etappe: (sorry, German only)

Museum für einen zweifelhaften Bürger

Leutershausen ist über seine Grenzen als Handballstadt bekannt. Nur wenige werden wissen, dass man dort in vorauseilendem Gehorsam Adolf Hitler als dritte Stadt die Ehrenbürgerschaft angetragen hat. Leider hat es nach dem Krieg immerhin drei Jahre gedauert, bis sie ihm wieder aberkannt wurde. Und es gibt noch einen weiteren Ehrenbürger, dem man sogar ein Museum und ein Denkmal gebaut hat.

Hand aufs Herz! Wer kennt Gustave Whitehead? Der wurde am 1. Januar 1874 als Gustav Weißkopf in Leutershausen geboren. Zunächst ist wenig über ihn bekannt. Als Kind brach er eine Lehre als Buchbinder, dann als Schlosser ab. Letztere, weil er sich unerlaubt von aus seinem Ausbildungsort entfernte. Dann zieht die Familie nach Höchst mit ihren sechs Kindern um. Vater und Mutter versterben kurz hintereinander. Gustav kommt mit seinem Bruder Karl nach Ansbach zu seinen Großeltern. Es ist bekannt, dass er nach Südamerika ausgereist ist. Dort verliert sich seine Spur.

Erst um das Jahr 1895 gibt es wieder Aufzeichnungen von ihm in den USA. Um diese Zeit ist er auf unbekannte Weise eingereist und soll behauptet haben, Mitarbeiter von Otto Lilienthal gewesen zu sein. Dies brachte ihm eine Anstellung bei der Aeronautical Society in Boston, die vergeblich versucht hatte, Lilienthal zu bewegen, nach Boston zu kommen. Nun erhält Weißkopf den Auftrag, Fluggeräte zu bauen. Er versucht es mit zwei Modellen, welche beide fluguntauglich sind. Daraufhin wird er entlassen und verässt Boston. Es gibt verschiedene Anstellungen in New York und Pittsburgh.

Schließlich freundet sich Weißkopf, der nun Whitehhead heißt, mit einem Arbeitskollegen Lois Darvarich an, mit dem er beginnt, Flugzeuge mit dampfgetriebenen Motoren zu bauen. Darvarich hat in einer eidesstattlichen Erklärung angegeben, dass er zusammen mit Weißkpof im April oder Mai des Jahres 1899 mit einem solchen Flugzeug abgehoben habe, etwa eine Meile in acht Metern Höhe geflogen und schließlich an einem Gebäude zerschellt sei, was ihm schwere Verbrühungen zugefügt habe. Weißkopf selbst hat über diesen Flug niemals berichtet und es gibt auch keinerlei Dokumente darüber. Davarich selbst hat die Erklärung erst 1934 abgegeben. So bleibt zu vermuten, dass er Teilhaber an einer weltgeschichtlichen Sensation werden wollte, nämlich dem ersten Motorflug der Welt .Experten bezweifeln jedoch, dass ein Flugzeug dieser Bauweise hätte starten, geschweige denn abheben können.

Im Jahre 1900 geht Weißkopf nach Bridgeport in Connecticut, wird dort Nachtwächter und beschäftigt sich in seiner Freizeit weiter mit dem Bau von Flugzeugen. Der Herausgeber des „Scientific American“ finanziert das Vorhaben großzügig. Weißkopf baut mehrere Modelle, und seine Nr. 21, welche als Kreuzung aus Vogel, Fledermaus und Bootsrumpf bezeichnet wird, soll nach seinen Angaben am 14. August 1901, tatsächlich geflogen sein. Er benennt zwei Augenzeugen, die aber auf dem hierzu erstellten Foto nicht zu sehen sind. Einer von ihnen, James Dickie, sagt hierzu später aus, dass er Gehilfe von Weißkopf gewesen sei, aber nie ein Flugzeug hätte fliegen sehen.

Noch einmal versucht Weißkopf, den Bau von Flugzeugen in Angriff zu nehmen. Er erhält zehntausend Dollar als Startkapital vom Unternehmer Herman Linde zur Gründung eines Unternehmens. Weißkopf verspricht, in wenigen Monaten ein Flugzeug auf den Markt zubringen. Bereits 1902 allerdings verklagt ihn sein Geldgeber, der über das Ergebnis der geleisteten Arbeit entsetzt ist.

Im Jahre 1902 wird das Modell 22 fertiggestellt. Weißkopf behauptet, damit  mehrere Flüge über Long Island mit Weiten von mehreren Meilen und einer Geschwindigkeit von bis zu 110km/h absolviert zu haben. Aber auch hierzu gibt es wieder keine Dokumente und die angeblichen Helfer sind nie gefunden worden. Auch sein Bruder, der etwa drei Monate nach diesem Ereignis in Bridgeport eintrifft, hat nie etwas von seinem Bruder hierzu gehört.

Im Jahre 1910 versiegen die Geldquellen für weitere Versuche, Weißkopf geht 1912 in Konkurs, arbeitet als Fabrikarbeiter in Bridgeport und stirbt am 10. Oktober 1927.

Damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Mehrere Flugversuche mit Nachbauten seines Modells 21 in den Jahren 1985 und 1998 werden erfolgreich abgeschlossen, um die Behauptungen von Weißkopf zu erhärten. Dabei werden Flugstrecken von 100 bzw. 428m zurückgelegt. Der wesentlich leichtere und auch stärkere Motor kann allerdings nur mit einem modernen Kompressor gestartet werden, der Weißkopf damals sicherlich nicht zur Verfügung stand.

Im Jahre 2013 veröffentlicht der Australier John Brown nach langjähriger Forschung einen Bericht mit der Überzeugung, dass Weißkopf bereits vor den Gebrüdern Wright einen Motorflug absolviert hat. Und der Staat Connecticut erlässt 2013 ein Gesetz, welches Weißkopf als den ersten Motorflieger bestätigt. In Leutershausen gründet sich die „Flughistorische Forschungsgemeinschaft Gustav Weißkopf“, welche weitere Belege für den ersten Motorflug auffinden will.

Was ist wahr, was Legende? Fest steht, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts der erste Motorflug so bedeutsam war, wie für uns heute die erste Mondlandung. Viele wollten den Ruhm für sich in Anspruch nehmen. Da ist es sehr verständlich, dass hier und dort geschummelt wurde – oder aber auch nicht. Leutershausen jedenfalls hat seinem Ehrenbürger gleich ein Denkmal und ein Museum gewidmet. Dort wird  die Geschichte zweifelsfrei als Erfolg dargestellt: Weißkopf war der erste Motorflieger. Ausrufezeichen!. Punkt.Schaut es euch an und überzeugt euch selbst.

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